Bericht über Umsetzungen des Projekts STEPS im Rahmen der Schulpraktischen Studien durch das Zentrum für Lehrerbildung der JLU Gießen

vortrag huppertIm Projekt STEPS – Supporting Teachers‘ Start at Schools – prüft das Staatliche Schulamt Gießen/Vogelsbergkreis in Kooperation mit der Friedrich-Feld-Schule in Gießen und dem Zentrum für Lehrerbildung der Justus-Liebig-Universität Gießen die Reichweite und Tragfähigkeit der Bausteine für den Berufseinstieg von Lehrerinnen und Lehrern an Schulen. Internationaler Kooperationspartner sind Bildungsbehörden aus der hessischen Partnerregion Bursa in der Nord-West-Türkei.

Die Bausteine zum Berufseinstieg sind das Ergebnis eines Comenius-Regio-Projektes, das von 2011 bis 2013 mit der Partner-Region Granada (Spanien) durchgeführt wurde. Sie richten sich an Schulleitungen und bieten eine differenzierte Strukturierungshilfe zum Aufbau eines Unterstützungssystems für neue Lehrkräfte an den Schulen.

Die Studierenden im Lehramt absolvieren im Rahmen des Studiums die sogenannten Schulpraktischen Studien. Das heißt, sie leisten verschiedene Praktika, auf die sie während des vorausgehenden Semesters in einem Seminar vorbereitet werden, das mit Veranstaltungen begleitet und schließlich in der Folge auch nachbereitet wird. Insbesondere das erste dieser Praktika – das Allgemeine Schulpraktikum – dient u.a. dazu, dass die Studierenden Schule nicht mehr als Schülerin und Schüler erfahren, sondern in der Rolle der Lehrerin/des Lehrers. Sie sind gefordert, Eigenverantwortung für das Unterrichten zu übernehmen, sich im System Schule zu orientieren und in kürzester Zeit eine relative Anpassung an ein schulisches Werte- und Normensystem zu leisten. Gleichzeitig stellen sich viele der Studierenden im Rahmen der Schulpraktischen Studien die Frage nach der eigenen Passung zu den Aufgaben als Lehrkraft und in das System Schule.

Wir verbinden daher mit der Nutzung der „Bausteine zum Berufseinstieg“ in der Vorbereitung auf das Allgemeine Schulpraktikum die folgenden Fragen:
Ist die Nutzung der Bausteine hilfreich für:
• eine Entlastung der Studierenden durch eine intensivere Vorbereitung auf das System Schule,
• eine Differenzierung des Blicks der Studierenden auf Schule und die in diesem Berufsfeld gestellten Anforderungen,
• den Aufbau eines realistischen Berufsbildes,
• die Betonung der Eigenverantwortung für den Verlauf der Praktika,
• die Frage nach der ‚Passung‘ oder ‚Eignung‘ für den Beruf der Lehrerin/des Lehrers?

Im Kontext einer Workshop-Reihe „Neues für die Schulpraktischen Studien“ hat das ZfL daher im Frühjahr 2014 in einem Workshop die Bausteine zum Berufseinstieg vorgestellt und gemeinsam mit den beteiligten Praktikumsbeauftragen den möglichen Mehrwert und die praktischen Nutzungsmöglichkeiten diskutiert. Die Praktikumsbeauftragten schulen, beraten und begleiten die Studierenden in den Schulpraktischen Studien.

Im Rahmen einer Befragung zu Beginn des Workshops wurde deutlich, dass eine realistische Einschätzung des Berufsbildes Lehrerin/Lehrer, damit einhergehend die Thematisierung der Berufsrolle sowie der Eigenverantwortung der Studierenden für die Praktikumsbeauftragten von zentraler Bedeutung in den vorbereitenden Veranstaltungen ist. Daneben und nicht weniger bedeutsam sind für die universitären Veranstaltungen die Thematisierung des Theorie-Praxis-Bezuges sowie die Vorbereitung von Unterrichtsbesuchen und -hospitationen.

Im Verlauf des Workshops wurden die folgenden Fragen diskutiert:
• Welches Potential bieten die „Bausteine zum Berufseinstieg in die Schule“ für die Arbeit der Praktikumsbeauftragten in den begleitenden Veranstaltungen der Schulpraktischen Studien?
• Wie kann sich aus Sicht der Praktikumsbeauftragten eine praktische Nutzung der „Bausteine zum Berufseinstieg in die Schule“ im Rahmen der Schulpraktischen Studien gestalten?

Zur Frage nach dem Potential wurden vor allem die folgenden Aspekte benannt:
• den Blick auf die ganze Schule richten;
• Transparenz der Anforderungen im Beruf als Lehrer/Lehrerin herstellen;
Als Anregungen für inhaltliche Ergänzungen bzw. Spezifizierungen im Kontext der Schulpraktischen Studien wurden folgende Inhalte benannt:
• Aus Baustein D: vor allem Hinweis auf den Aufsichtserlass und pädagogische Maßnahmen, Thema Datenschutz kann hier aufgegriffen werden,
• Ergänzung durch eine Art Schulknigge, in dem einige der (schulübergreifenden) ungeschriebenen Regeln festgehalten werden,
• Thematisierung und Erlernen von Materialmanagement.

Für die praktische Umsetzung wurden vor allem die folgenden Ideen generiert:
• Die Erstellung von Mappen mit wichtigen Informationen zu den Praktikums-Schulen, die entweder am ZfL oder in den Schulen für die folgenden Kohorten zur Verfügung gestellt werden und von diesen jeweils überarbeitet werden könnten;
• Die Bausteine können als Themenpool für Mikrostudien oder für spezifische Erkundungsaufträge schulspezifisch oder übergeordnet (z.B. Funktion und Aufgaben schulischer Gremien) verwandt werden;
• Checklisten können für Erkundungen verwendet werden;
• Die Formulierung von MindMaps zu Schulstruktur als Arbeitsauftrag.

Theoretisch lässt sich aus Sicht des Zentrums für Lehrerbildung und der Praktikumsbeauftragten erwarten, dass die Arbeit mit den „Bausteinen zum Berufseinstieg in der Schule“ hilfreich für die Vorbereitung der Studierenden in den Schulpraktischen Studien sein kann.
Eine Überprüfung der tatsächlichen Nutzung in den Veranstaltungen und der Erfahrungen hiermit wird derzeit vorgenommen.

Präsentation zum Vorhaben: Bericht über Umsetzungen des Projekts STEPS (PPP)

Kommentieren ist momentan nicht möglich.